In diesem Artikel geht es darum, wie man einen Remote Desktop (daher wie am eigenen, lokalen PC, nur, dass dieser Desktop eben nicht lokal ist) unter Linux einrichten kann. Manche Programme, z.B. Datei Konverter oder BitTorrent Clients sind über einen Desktop einfach einfacher zu bedienen. Aber auch manche Kommandozeilen Programme sind viel besser auf einem Remote Desktop – z.B. aircrack. Dieses Tutorial dürfte auf jeder Linux Distribution laufen – meine Server laufen alle entweder auf Ubuntu oder Debian (daher beide Debian-basiert) und auf Beiden funktioniert dieses Tutorial genau so. Auf geht’s 🙂

Voraussetzungen:

– Linux Server (VPS oder dediziert) mit mindestens 512 MB RAM. Das Desktop Environment welches ich in diesem Tutorial installieren werde (LXDE) lief bei mir zwar auch auf einem Super-low-Budget VPS mit sage und schreibe 128 MB RAM (!!!!) und 32 MB vSwap (sowie 1 vCore und 6GB HDD), aber Firefox z.B. stürzte bereits beim Laden von Google ab…wenn nicht schon beim Start von Firefox selbst. Mit 512 MB dagegen läuft das ganze schon recht gut.

– Root Berechtigungen

Tutorial:

1. Per SSH mit dem Server verbinden (z.B. mit PuTTY [DOWNLOAD])

2. Folgende Befehle ausführen:

apt-get update

apt-get upgrade

putty1

apt-get install nano xorg lxde-core tightvncserver

Eventuell wird man nun nach einem Land und Tastatur-Layout gefragt – einfach mit den Pfeiltasten auswählen und mit Enter bestätigen. Nach der Installation folgendes ausführen:

tightvncserver :1

Das erstellt die Config-Dateien für den TightVNCServer. Außerdem muss man nun ein Passwort angeben. Zwar meckert TVNCS, wenn das Passwort länger als 8 Zeichen ist, aber mehr ist da meiner Erfahrung nach nicht dahinter. Selbst WENN das Passwort nicht akzeptiert werden sollte – man kann es übers Terminal jederzeit per „vncpasswd“ ändern.

Nun wird man noch gefragt, ob man ein „View only“ Passwort festlegen will. Wenn man sich mit dem VO Passwort per VNC verbindet kann man – wie der Name schon sagt – nur sehen, was gerade so abgeht, Eingaben per Tastatur, Maus usw kann man jedoch nicht machen. Will man ein VO Passwort festlegen: „y“ + Enter, ansonsten „n“ + Enter. Anschließend den VNC Server per

tightvncserver -kill :1

wieder stoppen, dass man die Config-Datei anpassen kann. Nun (falls noch nicht so) ins Root Verzeichnis (/root) per

cd

wechseln. Nun die Konfigurations Datei per

nano .vnc/xstartup

öffnen. Wer einen anderen Text Editor, z.B. vim vorzieht kann diesen selbstverständlich ebenso nutzen. (Bedienung von nano: Pfeiltasten zum Navigieren, Strg + O zum Speichern der Datei, Strg + X beendet nano)

Finden wir in der Text Datei nun folgende Zeile:

x-window-manager &

OHNE ein # vorne dran, so packen wir eins davor (kommentieren die Zeile also aus). Ist bereits eine Raute davor ist alles schon wunderbar mit dieser Zeile.

Nun ganz ans Ende der Datei gehen (geht auch per Strg + V) und folgende beiden Zeilen anhängen:

lxterminal &
/usr/bin/lxsession -s LXDE &

Nach diesen 2 (bzw 3) Änderungen könnte die Datei also so aussehen:

#!/bin/sh

xrdb $HOME/.Xresources
xsetroot -solid grey
#x-terminal-emulator -geometry 80×24+10+10 -ls -title „$VNCDESKTOP Desktop“ &
#x-window-manager &
# Fix to make GNOME work
export XKL_XMODMAP_DISABLE=1
/etc/X11/Xsession
lxterminal &
/usr/bin/lxsession -s LXDE &

Nach den beiden, neuen Zeilen am Besten noch einen Zeilenumbruch (einfach Enter drücken) einfügen. Nun die Datei per Strg + O, dann Enter speichern und per Strg + X nano schließen.

Nun empfehlen manche, den Server neu zu starten, sodass die Änderungen übernommen werden. Bei mir hat es aber auch immer ohne funktioniert.  Wer trotzdem rebooten will:

reboot

Das wars! Alles ist eingerichtet und der VNC Server wartet nur so darauf, gestartet zu werden 🙂 Das geschieht per

vncserver :1 -geometry 1024×768 -depth 16 -pixelformat rgb565

Wobei das „1024×768“ selbstverständlich zu jeder anderen, gültigen Auflösung geändert werden kann. Hat man einen VPS mit nur 1 vCore und wenig RAM, so empfiehlt es sich für die beste Performance,  die Auflösung sogar auf 800×600 runter zu schrauben. Je kleiner die Auflösung desto flüssiger wird das Ganze laufen und desto weniger RAM und CPU Leistung wird es natürlich benötigen.

Schon läuft der VNC Server und wartet jetzt darauf… naa? Genau, dass sich jemand damit verbindet. Ich empfehle dafür den „TightVNC Viewer“ welcher [HIER] im Download-Center heruntergeladen werden kann! Nun einfach installieren und starten:

tightvncviewer

Nun in das „Remote Host“ Feld folgendes eingeben:

„[Server IP oder Domain welche auf die Server IP zeigt]:1“

So könnte eine gültige Eingabe z.B. folgende sein: „127.0.0.1:1“

In den Optionen können noch ein paar Einstellungen vorgenommen werden (wer hätts gedacht), ist aber nicht zwingend erforderlich. Nun einfach auf Connect drücken und das (bei der Installation des TightVNC Server) festgelegte Passwort eingeben. Sollte kein Fenster zur Eingabe des Passworts:

tightvncviewer2

sondern eine Fehlermeldung erscheinen, so 1. überprüfen, dass der „Remote Host“ korrekt ist und 2. ein paar mal erneut probieren. Mag manchmal nicht bei den ersten paar Versuchen. War alles erfolgreich dürfte einen folgendes Bild erwarten:

tightvncviewer3

 

(abgesehen von dem geöffneten Tab und der CPU Auslastung unten rechts 😉 )

Falls ja – that’s it!

Ein Terminal kann nun über den „Start“-Button unten links, „System Tools“, „XTerm“ geöffnet werden:

tightvncviewer4

Firefox kann per

apt-get install firefox

installiert werden und anschließend im „Internet“ Menü (oder einem „firefox“ im Terminal) gestartet werden.

tightvncviewer5

Viel Spaß! 🙂

[HowTo] Remote Desktop auf Ubuntu / Debian Server einrichten
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